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Marihuana: Die Risiken und Wirkungen der illegalen Droge


Marihuana: Die getrockneten Blüten der Cannabispflanze können als "Joint" geraucht werden. (Quelle: HighGradeRoots/Getty Images)


Marihuana ist insbesondere bei jungen Menschen eine populäre Droge. Doch wie wirkt sie auf den Körper, wo liegen die Gefahren und was ist der Unterschied zu Haschisch?


Fast 20 Prozent der 15- bis 24-Jährigen in der Europäischen Union geben an, im letzten Jahr "Gras" – umgangssprachlich für Marihuana – konsumiert zu haben. Damit ist es das beliebteste Rauschmittel der EU. Doch welche Wirkung macht den Reiz der Droge aus? Und gibt es einen Unterschied zwischen Hanf, Haschisch und Cannabis?


Was ist Marihuana und wie wird es konsumiert?


Marihuana ist wegen der rauschfördernden Wirkung eine illegale Droge. Wer es besitzt oder damit handelt, macht sich laut deutschem Betäubungsmittelgesetz strafbar. Der Konsum selbst ist nicht strafbar, setzt aber einen Besitz voraus. Marihuana, das sind die kleinen getrockneten Blüten und blütennahen Blättchen der weiblichen Cannabispflanze.


Die harzhaltigen Blüten werden getrocknet und für den Konsum zusammen mit Tabak zu einem sogenannten "Joint" gedreht. Das Drehen des Joints wird "Bauen" genannt, das Rauchen selbst wird als "Kiffen" bezeichnet. Eine weitere Möglichkeit ist der Konsum über eine "Bong" – eine Wasserpfeife ohne Schlauch. Auch backen einige Menschen Brownies und Kekse oder stellen Schokolade mit Marihuana her.


Cannabiskonsum: Eine Möglichkeit ist neben dem Rauchen eines Joints der Konsum über eine sogenannte Bong. (Quelle: vladans/Getty Images)


Marihuana: Der Unterschied zu Cannabis, Haschisch und Hanf

Hanf ist die Grundpflanze, aus der später Marihuana und Haschisch hergestellt werden können. Unterschieden wird zwischen männlichem und weiblichem Hanf. Beide Pflanzen besitzen Cannabioide: CBD und THC. Aber nur das THC besitzt eine psychoaktive, berauschende Wirkung. Zu finden ist THC zu einem wirksamen Teil allein in der weiblichen Hanfpflanze, die als Cannabispflanze bezeichnet wird.


Die Cannabioide CBD und THC

Cannabioide: Die chemischen Verbindungen sind Substanzen der Hanfpflanze, die an unsere körpereigenen Cannabiodid-Rezeptoren andocken können und eine Wirkung auslösen können.

CBD aus der männlichen Hanfpflanze ist nicht illegal und mittlerweile in vielen freiverkäuflichen Produkten zu finden. Hanfsamen gelten mit ihrem hohen Nährstoffgehalt als Superfood. Beliebt sind auch CBD-Öle, die laut Nutzern ähnlich wie Baldrian eine entspannende Wirkung haben sollen. Wissenschaftlich bestätigt ist dies allerdings noch nicht.

THC hingegen ruft einen Rausch hervor und macht "high". In Deutschland sind Produkte mit einem THC-Gehalt von über 0,2 Prozent daher illegal und werden nur für therapeutische Zwecke verschreibungspflichtig verkauft.



Haschisch ist neben Marihuana ein weiteres Produkt, das aus der THC-haltigen Cannabispflanze hergestellt werden kann. Hier wird aber nicht die getrocknete Blüte, sondern das Harz der Pflanze verwendet. Dieses wird zu goldgelben bis braunen Blöcken und Platten gepresst. Es wird auch "Pott", "Hasch" oder "Shit" genannt.


Die Wirkung von Marihuana

Das THC bindet sich an bestimmte Rezeptoren in unserem Körper. Dazu zählen Rezeptoren für das Gedächtnis, die Bewegung, die Sinnes- und sogar die Zeitwahrnehmung. Diese Rezeptoren regulieren unter anderem auch Appetit, Stimmung, Konzentration und Koordination. Die Gesamtheit der Veränderungen, die durch das Rauchen in diesen Bereichen auftreten kann, wird als "high sein" bezeichnet – das kann positive sowie negative Wirkungen mit sich bringen.


Der Rausch ist sehr individuell und hängt von äußeren Umständen und der Verträglichkeit jedes Einzelnen ab. Generell gibt es bei berauschenden legalen als auch illegalen Drogen – auch Alkohol zählt dazu – keine immer gleiche oder vorhersehbare Wirkung. So wie einige Menschen aggressiv auf Alkohol reagieren, können andere kein Marihuana vertragen und beispielsweise mit Übelkeit oder Angstzuständen reagieren

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Mögliche positive Wirkungen

  • Entspannung, Leichtigkeit

  • Neue Denkmuster und IdeenIntensivere Wahrnehmung von Details

  • Euphorie und Albernheit

  • Intensives Gemeinschaftserleben

  • Empathie


Mögliche negative Wirkungen

  • Benommenheit

  • Gesteigerter Appetit

  • Panik, Paranoia, Angstzustände

  • Halluzinationen

  • Motorische und koordinative Einschränkungen

  • Übelkeit

  • Erinnerungslücken

  • Gefühl der Ausgrenzung, sich allein fühlen



Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?


Wie bei jeder Droge lauern auch beim Marihuana gewisse Risiken, derer sich Konsumenten bewusst sein sollten. Dazu zählen unter anderem gesundheitsschädliche Streckmittel, eine mögliche Abhängigkeit oder negative Gefühlszustände – auch "Horrortrip" genannt – während des Konsums.


Schädliche Streckmittel


Wie viele andere Drogen können auch Marihuana oder Haschisch gestreckt sein. Da beide durch die Illegalität keinen Sicherheitskontrollen unterliegen, können ungehindert weitere Stoffe hinzugefügt werden. Beide können mit anderen, wirkstoffarmen Pflanzen gestreckt sein. Auch Kaliumdünger, Glas, Blei, Talkum, Haarspray, Sand oder Zucker wurden bereits nachgewiesen und stellen ein gesundheitliches Risiko dar.


Besonders gefährlich ist es, wenn das Marihuana mit dem sogenannten "Brix" gestreckt wurde. Brix ist ein synthetisches Streckmittel aus Zucker, Hormonen und flüssigem Kunststoff. Vor dem Trocknen werden die Blüten darin eingetaucht, damit sie schwerer sind und besser aussehen. Brix ist gesundheitsschädlich, da der verbrannte und inhalierte Kunststoff die Lunge schädigt.


Risiko: Abhängigkeit


Eine weitere Gefahr ist die mögliche Abhängigkeit von der Droge. Im Vergleich zu chemischen Drogen wie Kokain oder Heroin macht Marihuana selten körperlich abhängig. Allerdings kann eine psychische Abhängigkeit entstehen. Wenn Konsumenten der Meinung sind, bestimmte Alltagssituationen oder -probleme ohne die "Dosis" Marihuana nicht mehr bewältigen zu können, kann dies ein erstes Anzeichen dafür sein.


Paranoia und Angstzustände


Beim Konsumieren von Marihuana kann es vorkommen, dass betroffene Personen Paranoia entwickeln. Das bedeutet, dass sie plötzlich misstrauisch gegenüber anderen werden, sich beobachtet oder verfolgt fühlen. Das kann so weit gehen, dass auch nach dem Rausch ein gewisses Misstrauen verbleibt, das meist nach und nach wieder ganz verschwindet.


Auch Angstzustände können eine negative Begleiterscheinung sein. Ob sie auftreten oder nicht, ist von Person zu Person verschieden. Auch vorherige Stimmung, Probleme und Sorgen können die Wirkung des Rauschs dahingehend negativ beeinflussen.


Verbotenes Marihuana: Die Debatte um eine Legalisierung

Der Cannabis-Trend geht international Richtung Liberalisierung. In Ländern wie Kanada und Uruguay und US-Bundesstaaten wie Washington und Colorado ist der Eigenanbau, Konsum und teilweise Verkauf von Cannabis zu einem bestimmten Level legal und unter staatlicher Kontrolle.

Auch in Deutschland ist ein Wandel erkennbar – zumindest im medizinischen Bereich. Laut Betäubungsmittelgesetz ist Besitz, Kauf, Verkauf, Anbau, Einfuhr, Ausfuhr, Weitergabe, Inverkehrbringen weiterhin illegal. Für Ärzte besteht allerdings in Ausnahmefällen die Möglichkeit, Patienten mit bestimmten Erkrankungen die THC-haltige Pflanze zu verschreiben.


In diesen Fällen kann Cannabis als therapeutisches Mittel verschrieben werden:




Hanfparade in Berlin: Immer wieder demonstrieren tausende Menschen für eine Legalisierung von Cannabis auch in Deutschland. (Quelle: snapshot/imago images)


FDP, Gründe und Linke stellten in den vergangenen Jahren Gesetzesentwürfe und Anträge für eine Legalisierung von Cannabis. Dadurch soll der unkontrollierte Handel auf dem Schwarzmarkt eingedämmt werden, verunreinigtes und gestrecktes Cannabis verringert und so ein besserer Schutz der Verbraucher sichergestellt werden. Noch ist aber keine Legalisierung in Sicht.

Verwendete Quellen:Leafly: Wissensportal für Cannabis als MedizinEuropäischer Drogenbericht 2019


Quelle: www.t-online.de