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  • Deutsche Startups sammelten 2019 so viel Kapital ein wie noch nie. Auch die Cannabisbranche profitiert.

  • Nach Daten der Unternehmensberatung Ernst & Young flossen insgesamt 37 Millionen Euro in deutsche Cannabis-Startups

  • .Insgesamt kamen acht Deals zustande. Das meiste Kapital strich das Kölner Startup Cannamedical ein.

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Die deutsche Startup-Szene kann erneut ein Rekordjahr verbuchen: Insgesamt 6,2, Milliarden Euro haben Investoren im vergangenen Jahr branchenübergreifend in junge Tech-Unternehmen gesteckt — gut ein Drittel mehr als 2018. Das hat die Unternehmensberatung Ernst & Young im „Startup Barometer Deutschland“ ermittelt.

Größte Profiteure sind demnach Unternehmen in den Bereichen Mobilität, Fintechs und Software — aber auch Cannabis-Startups erleben einen Finanzierungsboom.

In der noch jungen Branche kamen im Jahr 2019 acht Deals in Höhe von insgesamt 37 Millionen Euro zustande. Die größte Finanzierungsrunde über 15 Millionen Euro strich der Kölner Branchenpionier Cannamedical ein, gefolgt von den Berliner Startups Sanity Group (elf Millionen Euro) und Demecan (7,21 Millionen Euro). Das geht aus EY-Daten hervor, die Business Insider exklusiv vorliegen.

In Summe macht das Cannabis-Dealvolumen rund acht Prozent im Bereich Gesundheit aus. Ein beachtlicher Anteil, wenn man berücksichtigt, dass das Geschäft mit medizinischem Cannabis erst seit März 2017 in Deutschland möglich ist. Seitdem dürfen Apotheken Cannabisblüten und cannabinoidhaltigen Arzneimittel an Patienten abgeben, wenn diese ein Rezept vorweisen können.

Branchenexperten wie der Wettbewerbsökonom Justus Haucap beobachten schon seit knapp einem Jahr eine gewisse „Goldgräberstimmung“ bei Medizinalcannabis.

Der Markt ist vielversprechend: Laut dem GKV-Spitzenverband, der die Interessen der gesetzlichen Krankenkassen vertritt, hat die Branche 2018 rund 73,7 Millionen Euro mit Cannabis-Arzneien umgesetzt. Im Jahr 2019 waren es, Stand September, schon 86,4 Millionen Euro. Dabei sind die Rezepte von Privatversicherten noch nicht eingerechnet.

Das gesamte Marktpotenzial ist damit aber offenbar noch lange nicht ausgeschöpft — das glauben zumindest die Analysten des auf Cannabis spezialisierten Marktforschungsunternehmens Prohibition Partners (PP). Die Analysten rechnen damit, dass die Zahl der Patienten in Deutschland in den kommenden fünf Jahren die Millionenmarke übersteigen wird. Bis 2028 könnte Medizinalcannabis demnach sogar ein Marktvolumen von 7,7 Milliarden Euro erreichen.

Wie belastbar diese Prognose ist, bleibt jedoch aufgrund der intransparenten Methodik von PP ungewiss. Andere Untersuchungen zur deutschen Cannabis-Branche existieren bisher nicht.

Klar ist jedoch: In der Branche ist eine Professionalisierung zu erkennen. Im Januar hat beispielsweise der neu gegründete Branchenverband Cannabiswirtschaft (BvCW) seine Arbeit aufgenommen, wie Business Insider exklusiv berichtete. Die Lobbyorganisation will sich unter anderem für die Liberalisierung des Markts einsetzen. Gelingt dies, sind sicher bald noch mehr Finanzierungsrunden in der Cannabisbranche zu erwarten.

Quelle: www.businessinsider.de

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